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Leopoldau

Lage

Leopoldau liegt im Marchfeld, an der alten Verkehrsroute vom Donauübergang bei Jedlesee nach Deutsch-Wagram und Aspern. Lange Zeit war Leopoldau immer wieder durch Hochwässer der Donau gefährdet, deren Seitenarme bis an den Westrand des alten Ortskernes reichten. Das Dorf liegt als Angerdorf auf einem verlandeten Donauarm, bis in die siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts bildeten die Häuser eine geschlossene Front entlang des gesamten Angers.

Entwicklung

Leopoldau dürfte das älteste Siedlungsgebiet in Floridsdorf sein. Archäologische Funde beweisen eine Besiedlung ab der Jungsteinzeit und auch der keltische Ursprung des Namens "Alpiltowe", der sich in Eipeldau weiterentwickelte, zeigt die fortlaufende Besiedlung an. Die erste urkundliche Erwähnung fällt in die Zeit des Markgrafen Leopold III.. Er war Herr des Ortes "Alpiltowe", wo er oft auf Jagd ging und schenkte den Ort seinem Sohn Leopold IV. Nach Leopold III. wurde auch ab 1911 die heutige Bezeichnung Leopoldau gewählt(davor ab ca. 1734 hatte sich Eipeldau durchgesetzt). Die alte Bezeichnung ist heute nur mehr als Strassenname erhalten (Eipeldauer Straße).
Leopoldau war eine landwirtschaftlich dominierte Gemeinde und konnte sich, durch die Lage abseits der Hauptverkehrsströme über die Brücke bei Floridsdorf und die Bahnlinien, diesen Flair bis in die heutige Zeit erhalten. Das Gemeindegebiet reichte bis an den alten Donaulauf (heutige "Alte Donau") und umfasste auch den Mühlschüttel. Zeitweise wurde auch die Ortschaft "Zwischenbrücken" an Leopoldau angegliedert. Mit der Gründung von "Floridsdorf am Spitz" sowie der Abtrennung des späteren "Donaufeld" verlor Leopoldau jedoch einen Teil seines Gemeindegebietes. Haupterwerb der Bauern war neben dem Ackerbau die Pferde und Gänsezucht. Der Dorfteich ist noch heute in Form eines Wasserbeckens im Osten des Angers angedeutet. Berühmt war sowohl die Qualität der Leopoldauer Gänse als auch die Wiederstandsfähigkeit der, in den Donauauen frei gehaltenen, Pferde.
Erste Industriebetriebe siedelten sich, begünstigt durch die Nordbahn am Südwestrand des Gemeindegebietes, ab der Mitte des 19. Jahrhunderts an der Strasse von Floridsdorf über Schlosshof nach Pressburg an, dies führte mit dem Anwachsen der Bevölkerung in diesem städtischen Ortsteil 1880 zur Abtrennung von "Neu-Leopoldau und dem Mühlschüttel".
Von den Gemeinden auf dem heutigen Gebiet des 21. Bezirkes war Leopoldau am schwersten von den Vorteilen der Eingemeindung nach Wien zu überzeugen. Bürgermeister Karl Lueger mußte mehrmals persönlich in Leopoldau auftreten und Zugeständnisse (wie die Errichtung des städtischen Gaswerkes) zugestehen, bis die Leopoldauer zustimmten.

Nach dem zweiten Weltkrieg begann die Verdichtung des Wohnbaues in Leopoldau. Aus "Verkehrstechnischen Gründen" wurde das Angerdorf auf Höhe der Kirche nach Süden und Norden geöffnet, die Ackerflächen mit großflächigem Wohnbau verbaut. Nur mehr die "Hausäcker" im Norden des alten Ortskernes bilden den Rahmen der Gemeinde. Die Großfeldsiedlung im Norden, die Nordrandsiedlung nördlich der Nordbahn und die Industrieansiedlungen entlang der Verbindungsstrasse nach "Floridsdorf am Spitz" kreisten die Marchfeldgemeinde ein.

Zeittafel

  • 1108 Leopold III. errichtet eine kleine Kapelle in Leopoldau
  • 1120 Leopold IV. erhält von seinem Vater Markgraf Leopold III. den Ort "Alpiltowe" übertragen
  • 1127 Fertigstellung der Kirche
  • 1146 u. 1187 Schenkung des Ortes durch päpstliche Bullen bestätigt
  • 1231 Verwüstung des Ortes durch die Hussiten aus Böhmen(bis 1239)
  • 1251 Verwüstung des Ortes durch die Ungarn unter Matthias Corvinus
  • 1271 Die Pest wütet in Leopoldau
  • 1275 Teilweise Zerstörung des Ortes durch Hochwasser
  • 1330 Ein Friedhof wird neben der kleinen Kapelle angelegt
  • 1338 Ein 7 Meilen langer Zug Heuschrecken aus Asien verwüstet alle Felder in Leopoldau
  • 1402 abermals Ausbruch der Pest
  • 1438 Bischof Leonhard von Passau erlaubt den Eipeldauern die Einweihung einer Kapelle.
  • 1484 Die Leopoldauer unterstützen Friedrich III und werden mit einem Sonderrecht "belohnt": 1492-1875 mußten sie keine Brückenmaut auf der Brücke nach Wien zahlen.
  • 1489 Eipeldau wird zur eigenständigen Pfarre erhoben
  • 1679/80 Über 700 Menschen fallen der Pest in Leopoldau zum Opfer.133 Leichen werden rund um das Kugelkreuz (heute an der Siemensstraße) bestattet.
  • 1696 Umgestaltung der vormals Gotischen Pfarrkirche in ihre heutige barocke Form
  • 1730 Errichtung einer Pfarrschule im Pfarrhof
  • 1773 Ein Feuer vernichtet 50 Häuser in Leopoldau.
  • 1830 am 1. März verwüstet ein schweres Hochwasser den Ort. 8 Menschen ertranken, 89 Häuser wurden beschädigt. (Hochwass?ermarke am Haus Leopoldauer Platz 91)
  • 1831 Leopoldau wird zur Marktgemeinde ernannt
  • 1842 Ortsrichter Zeinlinger läßt das "Gemeinde-Markthaus" anstelle des Armenhauses errichten.
  • 1881 Abtrennung von Neu-Leopoldau und Bildung der Gemeinde "Neu-Leopoldau mit Mühlschüttel"
  • 1886 Aufgrund der Verwechslungsgefahr mit Alt-Leopoldau wird "Neu-Leopoldau" in "Donaufeld" umbenannt
  • 1894 Donaufeld wird am 8.Mai mit Floridsdorf, Jedlesee und Neu-Jedlersdorf zur Großgemeinde Floridsdorf zusammengeschlossen (Beschluss des NÖ Landtages vom 20.2.1894, kaiserliche Sanktion am 8.5.1894).
  • 1904 Leopoldau wird mit der Großgemeinde Floridsdorf und Groß-Jedlersdorf, sowie den Gemeinden Kagran, Stadlau, Hirschstetten und Aspern(heute 22.Bezirk) dem 21. Wiener Gemeindebezirk eingemeindet.
  • 1907 Der erste Autobus der Gemeinde Wien in Floridsdorf fährt auf der Strecke Floridsdorf-Leopoldau-Kagran.
  • 1911 Das städtische Gaswerk Leopoldau geht in Betrieb.
  • 1917 Die Strassenbahnlinie Floridsdorf - Leopoldau (117er) wird am 9.5. in Betrieb genommen.
  • 1927 Die Wiener Berufsfeuerwehr errichtet eine Nebenwache am Anger und löst damit die freiwillige Feuerwehr ab.
  • 1932 Beginn der Errichtung der "Nebenerwerbssiedlung" nördlich des Ortes Leopoldau ("Stadtrandsiedlung", Teile sind noch heute am Rand der Großfeldsiedlung zu sehen).
  • 1966-1973 Errichtung der Großfeldsiedlung für ca. 21.000 Bewohner.

© Floridsdorf.NET Mittwoch , 29. März 2017